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Flucht und Migration. Welche Werte braucht Europa?

Europa steht vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, für die eigenen Werte einzutreten, gerade in Bezug auf Flucht und Migration. Podiumsdiskussion vom 12.07.2022 zum Abschluss unserer Ad hoc-Arbeitsgruppe „Zukunftswerte“ und im Rahmen unserer Reihe "Quo vadis Europa?". Foto: picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Zum Inhalt

Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte – diese Werte prägen das Selbstverständnis der Europäischen Union, sie sind in der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ sowie im EU-Vertrag festgeschrieben. Für die Verteidigung dieser Werte wurde die EU im Jahr 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seitdem ist viel geschehen: die großen Fluchtbewegungen von 2015, in der Folge wachsender Populismus, Europaskepsis und Fremdenfeindlichkeit, und nun der verheerende Krieg in der Ukraine, der die größte Fluchtbewegung in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges ausgelöst hat. Europa steht vor neuen großen Herausforderungen, auch was das Eintreten für die eigenen Werte in Bezug auf Flucht und Migration angeht. Was tun, wenn nicht alle Mitgliedstaaten die gemeinsamen Werte gleich definieren und gewichten? Während die einen Flüchtlinge mit offenen Armen bedingungslos empfangen werden, werden die anderen an Europas Außengrenzen gewaltsam zurückgedrängt. Welche Rolle spielen dabei Herkunft, Religion und Geschlecht? Wie erreicht Europa eine gerechte Verteilung von Geflüchteten, und warum gibt es noch immer kein europäisches Einwanderungsgesetz? Welche Werte können dazu beitragen, dass Integration gelingt? Und: Wird der russische Angriffskrieg in der Ukraine Europa als Wertegemeinschaft am Ende stärken oder spalten? Diese und weitere Fragen diskutiert die BAdW zum Abschluss ihrer Ad hoc-Arbeitsgruppe „Zukunftswerte“.

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Wer spricht

PROF. DR. HEINER BIELEFELDT ist Lehrstuhlinhaber für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Von 2010 bis 2016 fungierte er als UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit. Er ist Mitglied der BAdW und gehört deren
Ad hoc-AG „Zukunftswerte“ an.

RONYA OTHMANN ist freie Journalistin und Autorin. Seit 2021 schreibt sie für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die Kolumne „Import Export“. 2020 erschien ihr Roman „Die Sommer“, für den sie mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde. 2021 folgte ihr Gedichtband „die verbrechen“. 

PROF. DR. ANDREAS WIRSCHING ist Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin und Lehrstuhlinhaber für Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er forscht u. a. zur europäischen Geschichte seit den 1970er Jahren und ist Mitglied der BAdW sowie ihrer Ad hoc-AG „Zukunftswerte“.

PROF. DR. SABINE HESS, Direktorin des Centers for Global Migration Studies und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Georg-August-Universität Göttingen, konnte leider krankheitsbedingt kurzfristig nicht an der Veranstaltung teilnehmen. 

Moderation: 

INGO LIERHEIMER ist Teamleiter von Politik und Hintergrund in der Redaktion „Ausland und politischer Hintergrund“ beim Bayerischen Rundfunk. Er baute die Investigativeinheit „BR Recherche“ mit auf und ist seit über 20 Jahren politischer Redakteur, Reporter, Moderator und Kommentator des bundesdeutschen Politikbetriebs. 

Begrüßung:

PROF. DR. ANDREA ABELE-BREHM, em. o. Professorin für Sozialpsychologie, Sektionssprecherin Sektion II / Vizepräsidentin, ordentliches Mitglied der BAdW und Sprecherin der Teil-AG "Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse" der Ad hoc-AG "Zukunftswerte".

 

Zur Ad hoc-AG "Zukunftswerte"

Die Ad hoc-Arbeitsgruppe "Zukunftswerte" wurde 2019 eingerichtet und widmet sich zentralen gesellschaftlichen Werten, die aktuell vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt sind, z.B. durch Digitalisierung und durch soziale Medien, durch Nationalismus und Populismus, durch Migration sowie durch die Infragestellung oder den Bedeutungsverlust wertstiftender Institutionen.

Drei Paare von Werten stehen im Mittelpunkt und werden als Spannungsfelder analysiert: Freiheit und Sicherheit (Sprecherin: Prof. Dr. Nicole J. Saam), Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse (Sprecherin: Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm) sowie Multikulturalität und Identität (Sprecher: Prof. Dr. Michael F. Zimmermann). Die Ad Hoc-AG beschäftigt sich aus empirischer und normativer Perspektive u. a. mit folgenden Themen: Akzeptanz und Zurückweisung von Werten, Wertevermittlung und Zukunft der Wertevermittlung in gesellschaftlichen Institutionen; historische und kulturelle Verankerung von Werten und deren Transformationen; handlungsleitende und andere Funktionen von Werten. Die Arbeitsgruppe reflektiert und initiiert Forschung zu diesen Fragestellungen und möchte gleichzeitig die gesellschaftliche Debatte zu den o.g. Spannungsfeldern fördern.

 

Zur Reihe "Quo vadis Europa?"

Unter dem Titel „Quo vadis Europa?“ nimmt die BAdW in dieser Reihe einige der drängenden Fragen rund um Europa in Podcasts und Veranstaltungen in den Blick. Die Reihe erstreckt sich durch das ganze Jahr 2022.

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Weitere Inhalte aus den Reihen: Quo vadis Europa?, Veranstaltung, Zukunftswerte


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