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Neue Musik: eine Tour D'Horizon und das Siemens-Studio für elektronische Musik

Abendveranstaltung in Kombination mit der Besichtigung des Siemens-Studio für elektronische Musik im Deutschen Museum

Neue oder un-erhörte Musik? Zu einer zentralen Frage der Musik des 20. Jahrhunderts - Einführender Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Rathert Die nach 1918 in Europa als ästhetische Position sich formierende Neue Musik (mit dem großen „N“) distanzierte sich von der Ersten Moderne und dem 19. Jahrhundert durch die Rückbesinnung auf die sachlichen Gegenstände des Komponierens. Tatsächlich umfasst der Begriff des Neuen in der Musik des 20. Jahrhunderts aber weitaus mehr, nämlich gleichermaßen utopischvisionäre, politische und technologische Entwürfe, die sich als unaufhörliche Suche nach dem Inaudito, dem Noch-Nicht-Gehörten beschreiben lassen. Diesem Prozess, seinen Problemen und Lösungsversuchen geht der Vortrag von Wolfgang Rathert in einem kurzen Überblick nach. Das Siemens-Studio für elektronische Musik - Vortrag von Dr. Stefan Schenk Im Siemens-Studio für elektronische Musik, 1960 in München gegründet, entstanden Kompositionen, die heute noch zu überraschen vermögen. Sie wurden aus einzelnen, elektronisch erzeugten Klängen zusammengesetzt und auf Tonband gespeichert – eine Musik ohne ausübende Musiker und konventionelle Instrumente. Der Komponist Josef Anton Riedl leitete das Siemens-Studio, dessen Entstehung auch Carl Orff zu verdanken ist. Es war nicht das einzige seiner Art, besaß aber eine überragende technische Ausstattung und lockte große Persönlichkeiten der Avantgarde an, darunter Pierre Boulez, Mauricio Kagel, Herbert Brün, Karlheinz Stockhausen, John Cage, Henri Pousseur, Theodor W. Adorno. Einige hinterließen dort Werke von Rang. Heute stehen die Studiogeräte als Ensemble in der Musiksammlung des Deutschen Museums München. Der Vortrag behandelt drei Aspekte: die kurze, aber bewegte Geschichte des Studios, die komplexe Technik und schließlich die Kompositionen – exemplarisch wird ein analytischer Zugang angeboten, der Strukturen, Zusammenhänge, Ideen sichtbar macht und somit hilft, unseren Sinn für die spröde Schönheit dieser Kunst zu entwickeln.

Vortragende

Prof. Dr. Wolfgang Rathert (LMU München), Dr. Stefan Schenk (LMU München/BAdW), Begrüßung: Prof. Dr. Ulrich Konrad

Cooperation

Deutsches Museum

Zusätzlich zum Vortrag bietet Dr. Stefan Schenk eine Vorstellung des Siemens-Studios im Deutschen Museum an. Termin: Samstag, 23. Mai 2015, 11.00 Uhr

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Start date

20. May 2015 19:00

Location

Bayerische Akademie der Wissenschaften
Alfons-Goppel-Straße 11
80539 München

Room

Plenarsaal, 1. Stock

Event Type

Wissenschaftliche Veranstaltung

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