Kultur (ver)erben? Politiken des materiellen und immateriellen Kulturerbes
Kaminabend des Jungen Kollegs
Kulturerbe hat Konjunktur. In einer sich globalisierenden Welt bedeuten Praktiken des „kulturellen Erbens" eine besondere, politisch aktuelle Aushandlung von Geschichte und Erinnerung. Besonders mit der 2003 abgeschlossenen UNESCO-Konvention zum Schutz des immateriellen Kulturerbes sind dabei auch alltagskulturelle Formen ins Blickfeld der regionalen, nationalen und internationalen Auswahlverfahren gerückt. Neben global herausragenden Stätten wie Angkor Wat, dem Kölner Dom oder Machu Picchu erfahren damit auch regionale Bräuche und traditionelles Handwerk eine Würdigung, die direkte Konsequenzen für die Gemeinschaften vor Ort hat. Doch was bedeutet es, Kultur zu „erben“? Welche Akteure und Organisationsstrukturen entscheiden über die Auszeichnungen des Materiellen und Immateriellen Kulturerbes? Welche Konflikte zwischen Verpflichtungen und alltäglicher Bedeutung resultieren aus einer Aufnahme in die UNESCO-Verzeichnisse? Inwieweit bildet Kulturerbe einen Faktor in touristischen, politischen und musealen Entscheidungsprozessen? Im Rahmen der öffentlichen Abendveranstaltung werden diese Fragen in zwei Vorträgen mit anschließender, offener Diskussion besprochen.
Vortragende
Prof. Dr. Daniel Drascek (Universität Regensburg, Vorsitzender des Expertengremiums Immaterielles Kulturerbe Bayern): "Immaterielles Kulturerbe: Chancen und Herausforderungen" Hellmut Seemann (Präsident der Stiftung Weimarer Klassik): "Kulturerbe in Deutschland oder Deutsches Kulturerbe?"
Moderation
Dr. Katharina Boehm und Dr. Manuel Trummer (Organisation)
![[Translate to English:] [Translate to English:]](/fileadmin/_processed_/c/8/csm_header-veranstaltungen_6acd2b66d7.jpg)