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Vom gesiegelten Ton zur sozialen Interaktion im alten Westasien

Konferenz des interakademischen Projekts KIŠIB

Das interakademische Vorhaben „KIŠIB. Digital Corpus of Ancient West Asian Seals and Sealings“ lädt zur ersten Fachkonferenz ein. Inspiriert von Edith Poradas Essay „Why cylinder seals?“ fragt die Tagung „Warum siegeln?“ und möchte dabei einerseits der Materialität von Versiegelungen und Siegelabrollungen auf den Grund gehen und andererseits die Aktionen und sozialen Netzwerke untersuchen, in die sie eingebettet waren.

KIŠIB baut ein umfassendes digitales annotiertes Korpus vorderasiatischer Siegel und Siegelungen auf. Durch die Verbindung von archäologischer, philologischer und digitaler Expertise macht es diese faszinierenden Artefakte Forschenden und der Öffentlichkeit 
weltweit zugänglich.

Digitale Erfassung von Siegeln zwischen 3.500 v. Chr. und der Zeitenwende

2025 startete das interakademische Vorhaben zur digitalen Erfassung, Bild- und Textannotation und inhaltlichen Erforschung von Rollsiegeln und gesiegelten Artefakten der altorientalischen Kulturen zwischen 3.500 v. Chr. und der Zeitenwende. Die tausenden Siegelzylinder und ihre antiken Abrollungen auf schriftlichen Urkunden oder Verschlüssen sind die größte und aussagekräftigste Materialgattung Vorderasiens, was damalige soziale Netzwerke, administrative Strukturen, religiöse Vorstellungen und ihre künstlerische Umsetzung angeht. Das Vorhaben wird interakademisch an der BAdW und der BBAW durchgeführt, wobei die Münchener Arbeitsstelle schwerpunktmäßig die inhaltliche Erschließung und die Berliner die digitale Infrastruktur und Wissensvermittlung betreibt.

Erste Fachtagung des Forschungsprojektes

Bei der Tagung werden internationale Expertinnen und Experten aus Vorderasiatischer Archäologie und Altorientalistik in einem breiten geographischen und zeitlichen Rahmen grundlegenden Fragen nachgehen: Was und wie wurde gesiegelt? In welchem räumlichen Umfeld erfolgte das Siegeln und das Aufbrechen versiegelter Artefakte? Welche Person oder Gruppe siegelte? Agierte das siegelnde Individuum für sich oder eine Institution, welche Vorgänge galt es zu legitimieren? Und welche Bedeutung hatte das verwendete Bildprogramm, welche bildsemiotischen Systeme kamen zur Anwendung? Durch die Klärung dieser Fragen werden die antiken Menschen, Normen und Handlungen, die hinter gesiegelten Artefakten, Siegelbildern und -inschriften stehen, sicht- und greifbarer. Die Vorträge sollen in einem Tagungsband publiziert werden und ein umfassendes Grundlagenwerk zum Versiegeln im antiken Westasien bilden. Alle Interessierten sind eingeladen, die Tagung nach vorheriger Anmeldung zu besuchen.

22.-24.07.26: Warum Siegeln? Vom gesiegelten Ton zur sozialen Interaktion im alten Westasien

Zur Anmeldung

Projekt „KIŠIB. Digital Corpus of Ancient West Asian Seals and Sealings“ 
Finanzierung: Akademienprogramm der Union der deutschen Wissenschaftsakademien
Ausführende Akademien: Bayerische Akademie der Wissenschaften, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Projektleitung: Prof. Dr. Adelheid Otto (LMU München), Prof. Dr. Elisa Roßberger (FU Berlin)
Weitere Informationen: https://project.kishib.org/ 

 

 

 


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