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Neoimperialismus als Herausforderung der Gegenwart

Neue Ad hoc-Arbeitsgruppe der BAdW gestartet

Neoimperiale Strategien Russlands, Chinas und der USA vor dem Hintergrund einer erschütterten internationalen Ordnung stehen im Fokus der neuen Ad hoc-Arbeitsgruppe der BAdW „Neoimperialismus als Herausforderung der Gegenwart“. Sie analysiert Prestigestreben, Mächtekonkurrenz und imperiale Selbstentwürfe sowie die historischen Narrative, mit denen Herrschaft und Expansion legitimiert werden. Methodisch verbindet die AG vergleichende, interdisziplinäre Forschung mit strukturierten Dialogformaten mit Parlamentariern. Ziel ist es, das Verständnis neoimperialer Dynamiken zu vertiefen und fundierte Impulse für die politische und gesellschaftliche Debatte zu liefern. Ad hoc-Arbeitsgruppen der Akademie widmen sich aktuellen gesellschaftlichen Fragen und sind auf drei Jahre angelegt. Sie werden von Akademiemitgliedern initiiert und geleitet.

Konflikte, Großmachtrivalitäten und sich ändernde Ordnungsprinzipien

„Die Aktualität des Themas zeigt sich in der zunehmenden Verdichtung geopolitischer Konflikte, wachsender Großmachtrivalität sowie der sichtbaren Infragestellung bestehender Ordnungsprinzipien der internationalen Politik. In diesem Kontext gewinnen neoimperiale Denk- und Handlungsmuster wieder an Bedeutung“, erklärt Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel, gemeinsam mit Politikwissenschaftler Carlo Masala und Amerikanistin Heike Paul Co-Sprecher und Initiator der AG.

Heike Paul erläutert: „Wir analysieren strukturelle Dynamiken globaler Machtverschiebungen sowie die historischen Narrative, mit denen politische Akteure Herrschaftsansprüche, Einflusszonen und Expansion legitimieren. Besonders betrachten wir das Zusammenspiel von geopolitischen Interessen, normativen Ordnungsmodellen und regionalen Konfliktkonstellationen.“ Carlo Masala ergänzt: „Ein zentrales Anliegen der Arbeitsgruppe ist die Frage, wie Europa auf diese Entwicklungen reagieren kann – und muss. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund einer zunehmenden Erosion völkerrechtlicher Normen und einer geschwächten regelbasierten internationalen Ordnung.“

Forschung und Dialog verbinden

Die Ad hoc-AG verbindet vergleichende und interdisziplinäre Forschung mit dialogorientierten Formaten. Gleichzeitig schafft sie Netzwerke und dient als Plattform für den strukturierten Dialog zwischen Wissenschaft und Politik. Durch den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern wird ein direkter Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik und Öffentlichkeit angestrebt. Die öffentliche Auftaktveranstaltung findet am 14. Juli um 18:00 Uhr in der BAdW statt. Nach einem Vortrag des Historikers Jörn Leonhard über Imperialismus als Muster der neuzeitlichen Geschichte diskutieren Martin Schulze Wessel, Carlo Masala und Heike Paul gemeinsam mit Jörn Leonhard.

Ad hoc-Arbeitsgruppe Neoimperialismus als Herausforderung der Gegenwart
Laufzeit: 2026 bis 2029
Finanzierung: Bayerische Akademie der Wissenschaften
Sprecherin und Sprecher: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (BAdW/LMU München), Prof. Dr. Carlo Masala (BAdW/Universität der Bundeswehr München), Prof. Dr. Heike Paul (BAdW/FAU Erlangen Nürnberg)
Kontakt:luka.oboladze[at]neoimp.badw.de | neoimp.badw.de 


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