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Dr. Isabel Leicht


Ideen, die unser Leben jeden Tag ein Stück besser machen, standen im Mittelpunkt der Verleihung der Hightech-Preise Bayern am Donnerstagabend in der Münchner Residenz. Rund 700 Gäste aus Wissenschaft und Forschung, Politik und Gesellschaft, darunter Ministerpräsident Dr. Markus Söder, feierten Pioniere und Visionärinnen der Wissenschaft. Der unterhaltsame Abend, moderiert von Carolin Matzko, zeigte, wie lebensnah und für uns alle gewinnbringend wissenschaftliche Forschung sein kann.
Ob die richtige Greifposition für Pakete in der Logistik, antibakteriell beschichtete Implantate, Quanten-Software in der Entwurfs-Automatisierung oder Soft-Roboter, die sich zu medizinischen Zwecken im Körperinneren entfalten können: Mit ihren zukunftsweisenden Innovationen konnten Spitzenwissenschaftler ebenso überzeugen wie vielversprechende Talente. In drei Kategorien wurden sie von der Bayerischen Staatsregierung gemeinsam mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) mit den Hightech-Preisen Bayern ausgezeichnet. Wissenschaftsminister Markus Blume sprach als Gastgeber von einem „Hauch von Stockholm in München“: „Mit den Hightech-Preisen machen wir visionäre Forscherinnen und Forscher sichtbar. Es gibt selbst international keinen vergleichbaren Preis, der herausragende Leistungen in den Technik- und Ingenieurwissenschaften würdigt – selbst der Nobelpreis berücksichtigt diese Disziplinen nicht!“
Den Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten erhielt Prof. Daniela Rus, Professorin für Informatik und Elektrotechnik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston/USA, für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Robotik und Autonomen Systemtechnik. Der Preis ist die höchstdotierte Auszeichnung für Technik- und Ingenieur-wissenschaften in Deutschland und als gemeinsamer Preis von Bayerischer Staatsregierung und BAdW mit 300.000 Euro durch die Ulrich L. Rohde Stiftung dotiert.
Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte in seiner Würdigung der Wissenschaftlerin: „Wissenschaft und Forschung haben in Bayern Priorität. Professorin Daniela Rus vom MIT aus Massachusetts ist eine weltweite Koryphäe in Robotik und KI. Von Robotern in der Medizin auf dem OP-Tisch über die Autobahn bis zur Tiefsee: Ihre Entwicklungen helfen, das Leben auf der Erde länger und besser zu machen. Dieser Pioniergeist passt zum ‚Bavarian Way of Life‘. Hightech und Höchstleistungen gehören seit jeher zu unserer DNA – auch im Bereich der Robotik sind wir weltweit aktiv.“
Weiter sagte er: „Im internationalen Wettbewerb ist Innovation unsere große Chance für Wohlstand auch in der Zukunft. Deshalb setzen wir in Bayern auf die Freiheit der Forschung. Wir investieren massiv in die Hightech Agenda und fördern gleichzeitig den Ausbau unseres internationalen Netzwerks. Bayern hat die meisten Supercomputer, wir sind Heimat wichtiger Start-ups und mit der TU München und der LMU befinden sich die beiden besten Universitäten der EU im Freistaat. Bei uns ist die Zukunft daheim. Der Hightech-Preis würdigt das und ist mit 300.000 Euro der höchst dotierte Technikpreis Deutschlands. Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern – sie sind geniale Vorbilder, die den Unterschied ausmachen. Bitte machen Sie weiter so!“
Wissenschaftsminister Markus Blume gratulierte ebenfalls: „Herzlichen Glückwunsch an Daniela Rus. Ihre Soft-Roboter und Origami-Roboter sind visionär und erweitern den Einsatzbereich autonomer Systeme in empfindlichen Ökosystemen. Ein Roboter, der geschluckt werden kann und sich im Magen für einen medizinischen Eingriff entfaltet – das ist die Medizin von morgen! Ihre Forschung hilft, das Leben der Menschen besser und länger zu machen. Ich freue mich sehr, dass sie die Verbindung zwischen Boston und Bayern, zwischen MIT und TUM lebt – und auch gerne immer wieder nach Bayern kommt, wie sie auf der Bühne bekräftigt hat.“
„Mit diesem Preis betont die Akademie die zentrale Rolle der Wissenschaft im bayerischen wie internationalen Kontext und setzt gezielt Impulse zu Themen von wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung“, erklärte Akademiepräsident Prof. Dr. Markus Schwaiger. „Es ist mir eine besondere Freude, dass wir in diesem Jahr Daniela Rus auszeichnen. Durch ihre wissenschaftliche Exzellenz, Innovationskraft und die hohe gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeiten verkörpert sie auf ideale Weise den Geist des Preises. Herzlichen Glückwunsch!“
Begründung der Jury zum Download (PDF)
Preisträgerin Daniela Rus im Video-Porträt
Wer den Nachwuchspreis für visionäre Forschung mit Innovationspotenzial – dotiert mit einem Preisgeld von 30.000 Euro – erhält, wurde erst am Abend der Preisverleihung durch Wissenschaftsminister Markus Blume bekannt gegeben. Das sorgte für einen echten „Oscar“-Moment im Herkulessaal: Lukas Burgholzer von der TU München und der Munich Quantum Software Company wurde für seine Forschung im Bereich der Quantenwissenschaften ausgezeichnet. Er überträgt etablierte Techniken der klassischen Entwurfs-Automatisierung (EDA – Electronic Design Automation) auf die Quantenwelt. Ziel seiner Arbeit ist es, skalierbare, effiziente und vertrauenswürdige Software zu schaffen, die den gesamten „Stack“, also Struktur aller Komponenten, abdeckt – vom Algorithmus bis zur physischen Maschine.
„And the winner is: Lukas Burgholzer von der TUM. Mit der Entwicklung von Open-Source-Software für Quantencomputer verfolgt er eine begeisternde Vision: Quanten-Computing so zugänglich machen, dass die Technologie im Hintergrund wirkt, aber ihr Potenzial bei allen ankommt und jeder profitiert. Damit passt er perfekt nach Bayern und zum Munich Quantum Valley: dem heißesten Quanten-Projekt der Republik“, gratulierte Wissenschaftsminister Markus Blume. „Für uns im Freistaat ist klar: Fortschritt braucht Förderung – und Menschen wie Lukas Burgholzer und die beiden Nominierten Anna Maria Oberländer und Saskia Schimmel. Sie alle wollen mit Ihrer Forschung den Unterschied machen!“
Nominiert waren auch Anna Maria Oberländer von der Universität Bayreuth sowie FIM-Forschungsinstitut für Informationsmanagement des Frauenhofer FIT) für ihre inter- und transdisziplinären Arbeiten für das Verständnis und die Gestaltung der digitalen Transformation etablierter Organisationen sowie Saskia Schimmel von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die zu den wissenschaftlich profiliertesten Nachwuchsforschenden im Bereich der Nitrid-Halbleiter in Deutschland zählt.
Fünf junge Ingenieurinnen und Ingenieure von Hochschulen für angewandte Wissenschaften bzw. Technischen Hochschulen aus Coburg, Würzburg-Schweinfurt und Nürnberg sowie von den Universitäten in Würzburg und Erlangen-Nürnberg erhielten zudem den Absolventen-Preis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Er wird an Absolventinnen und Absolventen der Ingenieurwissenschaften an bayerischen Hochschulen und Universitäten verliehen und zeichnet hervorragende Hochschulabschlüsse oder Promotionen aus. Dotiert ist er jeweils mit 2.000 Euro.