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Dr. Isabel Leicht


Foto: Die Preisträgerinnen und Preisträger des Dientzenhofer-Gymnasiums Bamberg ©BAdW/Klaus D. Wolf
Die Gesellschaft der Freunde der Bayerischen Akademie der Wissenschaften hat den Preis in Verbindung mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) und dem Bayerischen Philologenverband (bpv) ausgelobt; Schirmherr des Wettbewerbs ist Akademiepräsident Markus Schwaiger.
Ausgezeichnet wurden vier bayerische Gymnasien für ihre Beiträge zum Thema „Fakt oder Fake – Information und Desinformation in den digitalen Medien“. „Mit dem Bayerischen Schulpreis bringen wir Wissenschaft dorthin, wo die Zukunft sitzt: in die Klassenzimmer“, so Akademiepräsident Markus Schwaiger. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, mit wie viel Kreativität, Akribie und Ernst sich junge Menschen mit Desinformation auseinandersetzen. Diese Begeisterung für Wissenschaft wollen wir früh wecken – und genau dafür braucht es eine intensive Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen mit den Schulen."
Pressefotos zum Download © Klaus D. Wolf
Kurzvideo statt Zeitung, Algorithmus statt Redaktion: Laut dem Digital News Report 2026 informieren sich junge Menschen erstmals häufiger über soziale Netzwerke als über klassische Nachrichtenangebote – und weltweit geben 62 Prozent der Befragten an, besorgt zu sein, im Internet nicht sicher zwischen Fakt und Fake unterscheiden zu können. KI-generierte Deepfakes verschärfen das Problem: Sie wirken dann besonders glaubwürdig, wenn sie genau das sagen, was das Publikum ohnehin erwartet. In einer Zeit, in der Messenger-Dienste und soziale Netzwerke zentrale Informationsquellen für Jugendliche sind, ist Medienkompetenz unerlässlich. Der Wettbewerb zielte darauf ab, die kritische, fächerübergreifende Auseinandersetzung mit diesen Fragen an den bayerischen Gymnasien zu fördern. Eingereicht werden konnten Wissenschaftsposter, Texte. Videos, Podcasts oder andere Präsentationsformen.
Unter 30 Einreichungen wählte die Jury vier Preisträger aus:
1. Preis – Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg: Sieben Themen aus sechs Fächern überzeugten die Jury als anschauliche Beispiele dafür, wie Wissenschaft die Wahrnehmung des Alltags verändern kann – von Filterblasen in der digitalen Welt bis hin zu Greenwashing. Die Arbeiten verbinden fundiertes Fachwissen und wissenschaftlichen Anspruch mit Klarheit, Gestaltung und einem ausgesprochen hohen gestalterischen Niveau.
2. Preis – Gymnasium Max-Josef-Stift München: Der zweite Preis geht an das Gymnasium Max-Josef-Stift München, dessen interdisziplinäres Projekt „Konfliktmanagement und lokale Willensbildung in einer Alpenregion" Werbeaussagen von Tourismus, Forst- und Landwirtschaft mit realen ökologischen Daten kontrastiert und so zeigt, wie kritische Faktenprüfung zur fundierten Meinungsbildung beiträgt. Die wissenschaftlich erhobenen Daten wurden von den Projektteams ausgewertet und in Vorträgen, einem Projektvideo und einem Podcast präsentiert.
3. Preis – Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg: Von Quantenverschränkung versus „Beamen" im Fach Physik über verzerrte Wahrheiten in der Politik mit Kausalität versus Korrelation in der Mathematik bis zu „The Matrix" und Platons Höhlengleichnis im Fach Ethik: Mit vielfältigen Ergebnissen aus den Fächern Physik, Musik, Mathematik, Biologie, Wirtschaft und Recht sowie Ethik klären die Schülerinnen und Schüler junge Menschen darüber auf, was „Fakt oder Fake" bedeutet und bewiesen, dass kritisches Denken ein Anliegen aller Fächer ist.
Sonderpreis – Gymnasium Landschulheim Marquartstein: Den Sonderpreis erhält die Lernplattform „Fake Safe", die erklärt, was Fake News sind und an welchen Merkmalen man sie erkennt. Ein kurzer Podcast klärt darüber auf, wie man Fake News erkennt und ein Video zeigt, wie sich die Online-App konkret im Unterricht in der Verfassungsviertelstunde einsetzen lässt. Die Jury beeindruckte vor allem, dass das Ergebnis über die Schulgemeinschaft hinaus wirken kann: Es holt junge Menschen dort ab, wo sie sich informieren, und macht sie möglichst „fake-safe".
Die Gesellschaft der Freunde der BAdW unterstützt seit 1950 als gemeinnütziger Verein die BAdW bei zahlreichen Projekten. Außerdem finanziert sie zwei Wissenschaftspreise, mit denen gezielt junge Talente gefördert bzw. an die Wissenschaft herangeführt werden.
Der Bayerische Philologenverband (bpv) ist die Vertretung der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern. Mit seiner leidenschaftlichen Arbeit setzt sich der bpv seit seiner Gründung im Jahr 1863 kontinuierlich für gute Arbeits- und Rahmenbedingungen der Lehrkräfte ein und fördert den Bildungsauftrag der Schularten. Der bpv ist die starke Stimme seiner Mitglieder und ein unverzichtbarer Partner in der bayerischen Bildungspolitik.