Staatsverschuldung und Lastenverteilung in Europa – Nord gegen Süd?
Fishbowl-Diskussion
Europa gehört zu den wichtigsten politischen Projekten unseres Landes nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit der Finanzkrise 2008 zeigen sich jedoch zunehmend Schwierigkeiten und Risse. Hinter dem Streit um Griechenland und den Euro stecken tiefer gehende Probleme: die Zahl und Verschiedenartigkeit der EU-Mitglieder, komplizierte Abstimmungsverfahren, gemeinsame Währung ohne einheitliche Finanzpolitik, Schengen und Euro ohne weitergehende politische Einigung. Einen wesentlichen Hintergrund zumindest für die Währungs- und Wirtschaftsprobleme bilden die zunehmende Staatsverschuldung und Ungleichheit der Einkommens- sowie Vermögensverteilung. Die Einführung des Euro ohne Abstimmung der Finanzpolitik ermöglichte eine Finanzierung staatlicher Maßnahmen über (billige) Schulden auch in Ländern mit geringer Wirtschaftskraft. Zugleich nehmen die Reichtumsunterschiede sowohl innerhalb der Staaten als auch zwischen diesen immer mehr zu. Beides führt zu bedrohlichen Spannungen für den Euro und die gesamte EU. Wie kann man aus diesen Dilemmata herausfinden? Lassen sich Schuldenabbau und Investitionen zur Wirtschaftsankurbelung miteinander verknüpfen? Müssen die reicheren Staaten des Nordens die ärmeren des Südens subventionieren oder sich von ihnen abkoppeln? Haben Euro und EU ohne radikale Schritte überhaupt eine Zukunft, oder wäre ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende? Diese und weitere Fragen wird die Fishbowl-Runde diskutieren.
Vortragende
Monika Hohlmeier (MdEP), Prof. Dr. Peter M. Huber, Prof. Dr. Hans-Werner Sinn (München), Prof. Dr. Wolfgang Wiegand (BAdW)
Moderation
Prof. Dr. Bernd Rudolph
Nur mit Einladung

