Netzwerk der Spitzenforscher
Die BAdW wählt herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bayern als ordentliche Mitglieder. Die Aufnahme in die Akademie gilt als eine der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen im Freistaat. Ihren Mitgliedern bietet die Akademie ein zentrales Forum für den interdisziplinären Austausch.
Mitgliedschaft
Um aufgenommen zu werden, müssen die Mitglieder durch ihre Forschungen zu einer wesentlichen Erweiterung des Wissensbestandes ihres Faches beigetragen haben. Eine Selbstbewerbung ist nicht möglich. Die BAdW vergibt vier verschiedene Mitgliedschaften:
- Ordentliche Mitglieder haben ihren Wohnsitz oder Dienstort in Bayern. Sie können neue Mitglieder wählen und nehmen regelmäßig an den Sitzungen in der Akademie teil.
- Korrespondierende Mitglieder sind in der ganzen Welt tätig und haben kein Wahlrecht.
- Leiterinnen und Leiter bedeutender wissenschaftlicher Einrichtungen in Bayern gehören zu den außerordentlichen Mitgliedern, ebenso wie die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jungen Kollegs für die Zeit ihrer Förderung.
- Besonderes Engagement für die Akademie zeichnet die BAdW mit der Ehrenmitgliedschaft aus.
- Derzeit hat die BAdW 208 ordentliche, 98 korrespondierende und 20 außerordentliche Mitglieder sowie zwei Ehrenmitglieder, Herzog Franz von Bayern und Ulrich L. Rohde (Stand: Februar 2026)
Die Mitgliederstruktur spiegelt nicht nur wissenschaftliche Exzellenz wider, sondern bildet auch die fachliche Breite gegenwärtiger Forschung ab. Für Spitzenforschende ist die Akademie ein wichtiges interdisziplinäres Forum. Hier entstehen Synergieeffekte und Impulse für neue Forschungsfragen. Wie kaum eine andere Institution ermöglicht die Gelehrtengemeinschaft Begegnungen, Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit – über Fächer und Generationen hinweg.
Junges Kolleg
Das Junge Kolleg der Akademie bietet herausragenden Postdocs in Bayern einen exklusiven Rahmen für Forschung, interdisziplinären Austausch und wissenschaftliche Entfaltung auf höchstem Niveau. Wer in das Junge Kolleg berufen wird, gehört als außerordentliches Mitglied zugleich der Gelehrtengemeinschaft an. Die Kollegiatinnen und Kollegiaten profitieren von der Vernetzung untereinander und bringen ihre Expertise in Arbeitsgruppen und Veranstaltungen der Akademie ein. So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Spitzennachwuchs und etablierten Gelehrten.
Vom Maximiliansorden bis zum Nobelpreis
Hochkarätige Auszeichnungen für ihre Mitglieder unterstreichen den Ruf der Bayerischen Akademie der Wissenschaften als Netzwerk exzellenter Spitzenforschung. Seit dem 18. Jahrhundert zählt die Akademie zahlreiche berühmte Forscherinnen und Wissenschaftler zu ihren Mitgliedern, darunter 79 Nobelpreisträger. Viele Akademiemitglieder erhielten den Bayerischen Maximiliansorden, die höchste Auszeichnung des Freistaats Bayern für Wissenschaft und Kunst. Der wichtigste deutsche Forschungspreis, der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ging bislang an 50 Mitglieder der Akademie.
Keilschriftforschung bis Quantenphysik
Trifft eine Assyriologin einen Quantenphysiker … – was wie eine Anekdote beginnt, ist in der Akademie Realität: Hier kommen Forscherpersönlichkeiten aus allen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen. Ob Keilschriftforscherin, Quantenphysiker, Literaturwissenschaftler oder Mathematikerin – der Austausch über Fachgrenzen hinweg inspiriert oft neue interdisziplinäre Ansätze und Forschungsfragen. Der Anspruch der Akademie ist es, mit ihren Mitgliedern das gesamte Spektrum der Wissenschaft abzubilden.
Die Mitglieder bilden vier Sektionen:
- Sektion I – Geistes- und Kulturwissenschaften
- Sektion II – Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
- Sektion III – Naturwissenschaften, Mathematik und Technikwissenschaften
- Sektion IV – Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin
Wissenschaft für die Gesellschaft
In der Akademie diskutieren die Mitglieder eigene oder fremde Forschungsergebnisse, legen Manuskripte zur Publikation in den akademieeigenen Schriftenreihen vor und beraten über laufende und neue Forschungsvorhaben. Sie wirken an öffentlichen Veranstaltungen zu aktuellen Fragen aus Wissenschaft und Forschung mit und bringen ihre Expertise in die gesellschaftlichen Debatten ein.
Darüber hinaus initiieren die Mitglieder Ad hoc-Arbeitsgruppen, die innerhalb von drei Jahren gesellschaftlich relevante Fragestellungen bearbeiten, und sie engagieren sich durch Stellungnahmen und Positionspapiere in der Gesellschafts- und Politikberatung und gestalten so den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
