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Stellungnahmen und Positionspapiere

Eine zentrale Aufgabe der Wissenschaft ist es, Transformationsprozesse frühzeitig zu erkennen, Chancen und Risiken zu benennen und durch wissenschaftliche Einordnung Gestaltungsspielräume zu eröffnen. Dazu gehört beispielsweise der Umgang mit globalen Krisen, Fragen von Nachhaltigkeit und Resilienz, der Strukturwandel von Gesellschaft und Politik, eine wachsende Polarisierung gesellschaftlicher Debatten und ein schwindendes Vertrauen in wissenschaftliche Expertise. Die Akademie veröffentlicht zu aktuellen Themen Stellungnahmen und Positionspapiere und leistet damit einen Beitrag zur evidenzbasierten Meinungsbildung als Grundlage für politische Entscheidungen.


Big Data for Better Healthcare – European Perspectives. International Strategies for Data-driven, Patient-centered Healthcare

Große, qualitativ hochwertige Gesundheitsdatensätze sind entscheidend für Fortschritte in Prävention, Diagnostik und Therapie sowie für Innovationen in medizinischer Forschung und Versorgungssteuerung. Doch in Europa behindern strukturelle Defizite bislang ihre systematische Nutzung, insbesondere fragmentierte IT-Landschaften, fehlende Interoperabilität und heterogene Governance-Modelle.

Die Tagung im Dezember 2025, veranstaltet von der BAdW, dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie Dierks+Company, stellte zentrale Voraussetzungen, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für die Nutzung von Gesundheitsdaten in Europa in den Mittelpunkt und ermöglichte zugleich einen vergleichenden Blick auf unterschiedliche europäische Modelle.

Publikation

Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hg.): Big Data for Better Healthcare – European Perspectives. International Strategies for Data-driven, Patient-centered Healthcare, Februar 2026. 


Klinische Daten im Fokus. Innovation durch exzellente Qualität, Standards und Vernetzung

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) bieten enorme Potenziale für die Patientenversorgung, medizinische Forschung und die wirtschaftliche Entwicklung des Gesundheitssektors. Elektronische Systeme wie die elektronische Patientenakte (ePA) und die Telematik-Infrastruktur schaffen neue Möglichkeiten – doch ihre Integration in den Forschungsalltag bleibt in Deutschland lückenhaft. Es fehlt eine übergreifende Infrastruktur, um Daten effektiv zu nutzen.

Die Tagung im Dezember 2024 – veranstaltet von der Akademie, Dierks+Company, dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst – behandelte konkrete Lösungsansätze, wie die Datenerhebung standardisiert, die Infrastruktur vereinheitlicht und das volle Potenzial klinischer Versorgungsdaten ausgeschöpft werden können.

Publikation

Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hg.): Klinische Daten im Fokus. Innovation durch exzellente Qualität, Standards und Vernetzung; Tagungsbericht und Handlungsempfehlungen April 2025.


Datennutzung im European Health Data Space (EHDS)

Im Dezember 2023 organisierte die Akademie gemeinsam mit den bayerischen Staatsministerien für Wissenschaft und Kunst sowie für Gesundheit, Pflege und Prävention und dem Unternehmen Dierks + Company eine Fachtagung zum European Health Data Space (EHDS). 

Ziel war es, die Chancen und die Umsetzbarkeit dieses europaweiten Gesundheitsdatenraums in Deutschland und Europa zu erörtern, gemeinsam mit Akteuren aus der Politik, der Medizintechnikbranche, der Gesundheitsversorgung einschließlich Vertretungen aus Krankenkassen und Kliniken sowie von Patienten- und Datenschutzvereinigungen.

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Nutzung von persönlichen Daten in der Krankenversorgung und medizinischen Forschung

Rechtliche Rahmenbedingungen anpassen, zentrale Strukturen zur Datenspeicherung aufbauen: Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der BAdW legt Empfehlungen zur Nutzung von persönlichen Daten in der Krankenversorgung und medizinischen Forschung in Bayern vor.

Das Positionspapier empfiehlt:

  • Stärkung eines dynamisch lernenden Gesundheitssystems
  • Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen
  • Neufassung des Art. 27 des Bayerischen Krankenhausgesetzes
  • Etablierung eines Datennutzungsgesetzes in Einklang mit der DSGVO
  • Aufbau zentraler Strukturen zur Datenspeicherung

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Klimawandel in den Alpen: Zweiter Bayerischer Gletscherbericht

Der Zweite Bayerische Gletscherbericht entstand in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. 

Ergebnisse des Berichts:

  • Die Gletscher verlieren kontinuierlich große Wassermengen. Allein der nördliche Schneeferner auf der Zugspitze schmilzt alle 30 Sekunden um fast 250 Liter Wasser ab.
  • Der letzte bayerische Gletscher könnte bereits Anfang der 2030er Jahre verschwunden sein. 
  • Ursache für das Gletschersterben ist in erster Linie die weltweite Klimaveränderung. Der Temperaturanstieg in den Alpen ist dabei fast doppelt so hoch wie der globale Durchschnittswert.
  • Wenn der Permafrost taut, verlieren die Berge zusätzlich an Stabilität.

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Islam in Bayern

Auf breiter empirischer Grundlage untersucht die Studie erstmals in einem deutschen Flächenland, welche Chancen Musliminnen und Muslime auf gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft haben. Ihre Ergebnisse sind wissenschaftlich und politisch wegweisend.

Zentrale Ergebnisse:

  • Islamischer Religionsunterricht ist ein Schlüsselinstrument für eine „Kultur der Anerkennung“ und gegen Radikalisierung.
  • Flüchtlinge haben weit weniger enge Beziehungen zu Moscheegemeinden als angenommen.
  • Die Erfahrung neuer Rollenbilder verändert vor allem die Frauen.
  • In Bayern gibt es keine „Paralleljustiz“ mit „Scharia-Gerichten“, aber Fälle traditioneller Formen der Streitschlichtung.
  • Salafismus und Islamfeindlichkeit bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nur eine „Kultur der Anerkennung“ von Musliminnen und Muslimen kann gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirken.

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Bayerische Gletscher im Klimawandel – Erster Bayerischer Gletscherbericht

Der Erste Bayerische Gletscherbericht, entstanden in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, zeigt: Gletscher sind Mahnmale des Klimawandels

Ergebnisse des Berichts:

  • Die Gletscher der Alpen reagieren zwar mit zeitlicher Verzögerung auf den Klimawandel, sind aber massiv betroffen.
  • Der fortschreitende Gletscherschwund im Alpenraum wirkt sich nicht nur auf das ökologische Umfeld aus, sondern hat Folgen für den regionalen Wasserkreislauf und ist mit der Gefahr von Georisiken verbunden.
  • Die bayerischen Gletscher werden bei gleichbleibender Klimaentwicklung in naher Zukunft fast vollständig verschwunden sein.