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Dr. Isabel Leicht


Mit seiner elften Befragungswelle beleuchtet das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) den aktuellen Stand der Nutzung von Homeoffice sowie Einstellungen von Erwerbstätigen zu diesem Thema in Deutschland. Die Homeoffice-Nutzung in Deutschland ist seit der letzten Erhebung leicht gestiegen und liegt mit 45 % der Erwerbstätigen, die zumindest gelegentlich von zu Hause aus arbeiten, sogar etwas über dem Niveau zu Beginn der Coronapandemie; in einem internationalen Vergleich von neun Ländern belegt Deutschland damit Rang vier.
Im Zeitraum vom 23. Februar bis 09. März 2026 erhob der Think Tank des bidt mittels einer Onlinebefragung von Erwerbstätigen in Deutschland den aktuellen Stand der Homeoffice-Nutzung. Diese ist im Vergleich zur letzten Befragung im Oktober 2024 wieder leicht gestiegen und liegt nun etwas über dem Niveau zu Beginn der Coronapandemie. 45 % der internetnutzenden Erwerbstätigen sind aktuell mindestens gelegentlich im Homeoffice, 28 % sogar mehrmals pro Woche. Freitag ist dabei der Wochentag, der am häufigsten für die Arbeit von zu Hause genutzt wird. Insgesamt erbringen Erwerbstätige etwa ein Fünftel ihrer Arbeitszeit im Homeoffice.
Im Vergleich zwischen neun Ländern rangiert Deutschland damit an vierter Stelle. So verzeichnen lediglich Finnland, das Vereinigte Königreich und die USA einen höheren Homeoffice-Anteil an der Arbeitszeit; in China, Spanien, Frankreich, Italien und Taiwan fällt dieser Anteil geringer aus. Dies ergab eine internationale Vergleichserhebung, die online im Zeitraum vom 28. Januar bis 02. März 2026 erfolgte.
Insgesamt hohe Zufriedenheit mit Homeoffice-Angebot
Auch wenn in Deutschland teilweise der Homeoffice-Wunsch der Beschäftigten und die entsprechenden Regelungen der Arbeitgeberseite voneinander abweichen, verbringen Erwerbstätige mit geeigneten Tätigkeiten im Großen und Ganzen etwa so viel Arbeitszeit im Homeoffice, wie sie es sich wünschen. Entsprechend groß ist die Zufriedenheit mit dem Homeoffice-Angebot der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.
Unterschiedlich wahrgenommener finanzieller Wert von Homeoffice
Der finanzielle Wert von Homeoffice wird unterschiedlich wahrgenommen, je nachdem ob Erwerbstätige gegen mehr Gehalt auf Homeoffice oder auf Gehalt gegen mehr Homeoffice verzichten sollen: 46% der Erwerbstätigen, die mehrmals pro Woche im Homeoffice sind, würden gegen ein zusätzliches Nettogehalt pro Monat von im Median 250 Euro auf einen Tag Homeoffice pro Woche verzichten. Dem gegenüber kann sich rund ein Drittel (35 %) derer, die weniger im Homeoffice arbeiten als ihre Tätigkeit es erlauben würde, vorstellen, für einen (weiteren) Tag Homeoffice auf Gehalt zu verzichten – im Median sind dies 100 Euro netto monatlich.
Homeoffice als fester Bestandteil des Berufsalltags
„Der leichte Anstieg der Homeoffice-Nutzung gegenüber 2024 sowie die internationalen Vergleichsdaten zeigen, dass die ausgeprägte Präsenzkultur in deutschen Unternehmen der Vergangenheit angehört. Trotz der Rückkehr zu mehr Präsenzarbeit in manchen Unternehmen hat sich Homeoffice als fester Bestandteil des Berufsalltags etabliert. Wie bedeutend es für einige Beschäftigte inzwischen ist, verdeutlichen unsere Zahlen dazu, ob und für welchen finanziellen Ausgleich Berufstätige bereit wären, auf Homeoffice zu verzichten“, sagt Roland A. Stürz, Abteilungsleiter Think Tank am bidt.
Die Studie ist Teil des bidt-Forschungsprojekts „Verbreitung und Akzeptanz von Homeoffice in Deutschland“. Im Rahmen des Projekts betreibt das bidt mit mittlerweile elf Befragungswellen seit Beginn der Coronapandemie ein Monitoring der Homeoffice-Nutzung in Deutschland und untersucht verschiedene Aspekte flexibler Arbeitsmodelle und mobiler Arbeitsformen. Mehr unter: LINK
Pressekontakt
Anna-Maria Esch
Referentin Dialog
Tel.: +49 89 540 235 627
E-Mail: presse[at]bidt.digital
Ansprechpartner zur Studie
Dr. Roland A. Stürz
Abteilungsleiter Think Tank
Tel.: +49 89 540 235 620
E-Mail: roland.stuerz[at]bidt.digital
Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) ist ein Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Es trägt dazu bei, die Entwicklungen und Herausforderungen des digitalen Wandels besser zu verstehen. Damit liefert es die Grundlagen, um die digitale Zukunft im Dialog mit der Gesellschaft verantwortungsvoll und gemeinwohlorientiert zu gestalten. Das bidt fördert herausragende interdisziplinäre Forschung und liefert als Think Tank Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft evidenzbasierte Empfehlungen. Forschung findet am Institut im offenen Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt.