Wissenschaft und Politik. Historische Grundlagen, theoretische Probleme und aktuelle Fragen
Tagung
In der aktuellen Diskussion über den weltweiten Klimawandel scheinen wissenschaftliche Erkenntnisse und Prognosen der Politik den Weg weitgehend vorzuzeichnen. Werden politische Entscheidungen in solchen Fällen durch den Sachverstand des Fachmanns ersetzt? Was bedeutet das für den demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess, der sich doch gerade durch Präsentation politischer Alternativen und Pluralität der Konzepte auszeichnet? Die von Horst Dreier und Dietmar Willoweit konzipierte Tagung nimmt solche Fragen und Beobachtungen zum Anlass, dem vielschichtigen Verhältnis von Wissenschaft und Politik in grundsätzlicher Weise nachzuspüren. Sie behandelt sowohl die geschichtlichen Erscheinungsformen und politiktheoretischen Probleme wie auch aktuelle Fragen. Vier Fragenkreise bestimmen die einzelnen Sektionen: 1. Ist Politik eine wissenschaftsfreie Sphäre? 2. Kann andererseits Wissenschaft von sich behaupten, ihre Ergebnisse jederzeit frei von politischen Vorgaben und Zielvorstellungen zu gewinnen? 3. Folgt aus dem Wahrheitsanspruch der Wissenschaft nicht, dass Politik an deren Forschungsergebnisse gebunden sein muss? 4. Wie kann sichergestellt werden, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in politischen Entscheidungsprozessen berücksichtig werden? Zwölf namhafte Wissenschaftler – Juristen, Politologen, Philosophen, Historiker, Ökonomen – stellen ihre Beiträge zur Diskussion.

