"Salome muß eine richtige französische Oper werden!". Richard Strauss und Romain Rolland im kompositorischen Dialog
Gesprächsabend mit Lesung und Musikbeispielen
Bereits während der Arbeit an der „Salome“ stand für Richard Strauss fest, dass er seine Oper nicht nur in Deutschland, sondern auch in Paris aufführen lassen wollte. Als von Wagner geprägter Musiker schien es ihm jedoch undenkbar, einfach den original französischen Text von Oscar Wildes Drama zu unterlegen und in Kauf zu nehmen, dass dieser nicht mit den Akzentu- ierungen seiner Musik übereinstimmte. So komponierte er alle Gesangspartien kurzerhand neu und holte sich für die ihm kompliziert er- scheinende Frage der französischen Wort- betonung Unterstützung durch den Pariser Romancier Romain Rolland. Dieser überprüfte nahezu den gesamten Librettotext und korri- gierte die Wortstellungen sowohl im Satz als auch innerhalb der musikalischen Phrase. Auf diese Weise entstand einerseits ein Textbuch von unvergleichlichem Rang und andererseits eine kaum je gespielte zweite musikalische Version der Oper.
Vortragende
Dr. Salome Reiser, Editionsleiterin, Richard Strauss-Gesamtausgabe und Prof. Dr. Hartmut Schick, LMU München, in Kooperation mit der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
Kooperation
Bayerische Akademie der Schönen Künste

