Ist der Drops gelutscht? Trends der deutschen Sprache und Dialekte
Podiumsdiskussion
Das Deutsche ist die meistgesprochene Muttersprache in der Europäischen Union und wird zu den zehn wichtigsten Sprachen der Welt gezählt. Als eine lebendige Sprache befindet sie sich in ständigem Wandel, passt sich neuen kommunikativen Bedürfnissen ebenso wie gesellschaftlichen Veränderungen an. Höhere Mobilität, Tourismus, Massenmedien, EDV oder auch Unterhaltungsmusik beschleunigen die alltägliche Sprachentwicklung. Neue Erfindungen und Sachverhalte wie MP3- Player oder Aldisierung müssen benannt werden. Ebenso werden aus anderen Sprachen übernommene Wörter mit Mitteln der deutschen Wortbildung neu geformt wie simsen oder aus anderen Sprachen entlehnt wie googeln und Latte macchiato. Neue Formen der deutschen Sprache entstehen ebenfalls, wenn größere Gruppen in Deutschland lebender Migranten oder deren Kinder Deutsch als Fremdsprache erlernen. Auf der einen Seite fluten neue Wortschöpfungen die deutsche Sprache. Auf der anderen Seite scheinen regionale Besonderheiten und insbesondere die Dialekte gegenüber der Fülle an Neuschöpfungen an Bedeutung zu verlieren. Gleichzeitig ist aber auch in einigen Regionen Deutschland eine Rückbesinnung auf eigene Dialekte zu beobachten, die nicht zuletzt durch den Schulunterricht auf Hochdeutsch auszusterben drohen.
Vortragende
Prof. Dr. Ludwig Eichinger (Institut für Deutsche Sprache), Prof. Dr. Antony Rowley (Kommission für Mundartforschung der BAdW), PD Dr. Barbara Stiebels (Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft, Berlin
Moderation
Knut Cordsen | Bayerischer Rundfunk
Kooperation
Initiative "Geisteswissenschaft im Dialog" (GID)

