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Prüfliste für das Digitalisierungskonzept von Forschungsprojekten

(E.A, 20.10.2016)

Download (PDF)

Die folgende Prüfliste soll dabei helfen, das digitale Konzept von Forschungsanträgen zu beurteilen. Sie repräsentiert im Ganzen eher Maximalanforderungen. Einzelne Punkte können je nach Forschungsvorhaben mehr oder weniger relevant sein.

Die IT/DH-Abteilung der BAdW unterstützt Forschungsprojekte der BAdW gerne bei der Ausarbeitung und Umsetzung des Digitalisierungskonzepts.

Anfragen bitte an: digitalisierung[at]badw.de

1.    Digitales Publikationskonzept

  1. Online-Publikation der Forschungsergebnisse (ggf. als Ergänzung zum Druck)
  2. Open-Access-Publikation unter CC-BY-Lizenz.
    Mögliche Ausnahmen:
    1. Schutzrechte bei Verwendung von Fremdmaterial
    2. Karrieretechnische Notwendigkeiten, z.B. zur Publikation in sog. „Top-Journalen“
  3. Korrekturen letzter Hand verbleiben beim Autor/in und bei der Akademie, nicht beim Publikationsdienstleiser.
  4. Zu vermeiden ist die Zusammenarbeit mit Verlagen, deren Geschäftsmodell auf der Abgabe sämtlicher Nutzungsrechte beruht und deren Vertragsgestaltung es ausschließt, die eigenen Publikationen als Open Access zum Herunterladen bereit zu stellen.

2.    Digitale Methoden und Arbeitsabläufe

  1. Einsatz zeitgemäßer digitaler Methoden zur Erleichterung und Beschleunigung der Arbeit
  2. Forschungsdaten und Forschungsergebnisse in einer für die maschinelle Verarbeitung geeigneten Form ablegen (z.B. XML).
  3. Entsprechend qualifizierte Mitarbeiter oder Mittel für externe Beratung oder Dienstleistungen sind im Projekt vorhanden bzw. eingeplant
  4. Dokumentation der verwendeten technischen Mittel, besonders von eigenen Anpassungen (z.B. selbst programmierte Skripte)

3.    Bereitstellung von Forschungsdaten

  1. Freie Bereitstellung der im Projekt generierten oder gesammelten Forschungsdaten[1] im Sinne der „Open Science“ bzw. „Reproducible Science“ ist vorgesehen
  2. Frühzeitige Bereitstellung, d.h. sobald vorhanden
  3. Zitierfähige Bereitstellung der Forschungsdaten, d.h. insbesondere mit Permalink

4.    Nachhaltigkeit, Nachnutzbarkeit und Langzeitarchivierung

  1. Verfügbarkeit der Forschungsergebnisse und Forschungsdaten nach Auslauf des Projekts sichergestellt („Langzeitbereitstellung“)
  2. Lösung für die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten und ‑ergebnissen vorhanden
  3. Bereitstellung der Ergebnisse und Daten in digital nachnutzbarer Form:
    1. als strukturierte Daten in maschinenlesbarer Form
    2. dokumentierte Datenformate
    3. möglichst standardisierte Formate und Schnittstellen
    4. Massenabruf der Daten ist möglich
  4. Nachhaltiges Softwaremanagement:
    1. Klarheit darüber, welche Software eingesetzt bzw. wonach sie ausgewählt wird
    2. Datenexport und Migration ist jederzeit möglich
    3. Zukunftsfähigkeit und Lebensdauer der eingesetzten Software und Frameworks
    4. „Updatestress“ hält sich in verkraftbaren Grenzen
    5. Proprietäre und Insellösungen möglichst vermeiden

5.    Realistische Ressourcenplanung

  1. Digitales Konzept ist mit den eingeplanten Stellen und Sachmitteln realisierbar
  2. „Digitale Versorgung“ während der gesamten Projektlaufzeit sichergestellt (Lebenszyklusmanagement)
  3. Know-How-Verlusten (z.B. durch abwandernde Mitarbeiter) wird vorgebaut (siehe auch Punkt 2.4)

6.    Kontinuierliche Weiterentwicklung

  1. Turnusmäßige Überprüfung der digitalen Projektstrategie (alle 3 Jahre)
  2. Anpassungsstrategie für geänderte technische Rahmenbedingungen
  3. Updateplan für die eingesetzte Software

7.    Projektmanagement

  1. Es gibt einen „Datenplan“, der Folgendes beinhaltet:
    1. Forschungsdaten werden gesichert und bereitgestellt (siehe 3)
    2. Daten und Manuskripte letzter Hand liegen beim Projekt, nicht beim Verlag! (siehe 1.3)
    3. Daten werden vor Projektende langzeitarchiviert (siehe 4.2)
  2. Es gibt einen „Datenverantwortlichen“, der sich um das Datenmanagement kümmert.
  3. Dem bei digitalen Projekten in der Regel höheren Planungs- und Koordinationsaufwand wird durch eine klare Zeitplanung, Ressourcenplanung und Prioritätensetzung Rechnung getragen.

[1] Forschungsdaten sind diejenigen Daten, die für die Begründung der Forschungsergebnisse relevant sind.