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Gefühlte Wahrheit: Wissenschaftskommunikation zwischen Evidenz und Emotion

Im ersten Podcast der Reihe "Fakt und Fake" spricht Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Julia Serong von unserer Ad-Hoc-AG "Faktizität der Welt" im Interview über "gefühlte Wahrheit" bzw. das "postfaktische Zeitalter". Werden wissenschaftliche Fakten inzwischen mit häufig emotionsgeladenen Behauptungen selbsternannter Expert:innen gleichgestellt? Was kann die Wissenschaftskommunikation tun, um damit zu konkurrieren und dennoch Menschen zu erreichen? Die weiteren Teile der Reihe finden Sie nach Erscheinen jeweils direkt hier auf der Beitragsseite unter diesem Podcast.

 

 

Zum Inhalt

Wenn Themen und Debatten emotional werden - etwa wenn es um Corona-Maßnahmen oder Impfungen geht - werden Meinungen schnell zu Tatsachen erklärt. Sobald man im Internet auf Gleichgesinnte trifft, wird die eigene Überzeugung bestätigt - evidenzbasiert ist das allerdings nicht. Selbsterklärte Expert:innen finden sich inzwischen auf verschiedenen Kanälen wie YouTube, Facebook oder dem Messenger Telegram und erreichen damit tausende, manchmal zehntausende Menschen. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können von so einer Reichweite nur träumen, allerdings findet allmählich ein Umdenken statt, was die Wissenschaftskommunikation angeht. Ehemals stiefmütterlich behandelt, wird die Wichtigkeit inzwischen erkannt und Forscher:innen kommunizieren via Twitter, YouTube oder in Podcasts ihre Ergebnisse bzw. bringen sich in aktuelle öffentliche Debatten ein. Das macht sie allerdings auch angreifbar für Hass und Hetze im Netz. Wie erreicht man die Menschen? Wie können Daten und Fakten es mit hitzigen Reden, "Fake News" und Verschwörungserzählungen aufnehmen? Und wie emotional darf die Wissenschaftskommunikation selbst dabei sein?

Wer spricht

Dr. Julia Serong ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationwissenschaft und Medienforschung an der LMU München, hier ist einer ihrer Schwerpunkt die Wissenschaftskommunikation. Von 2017 bis 2020 koordinierte sie an der BAdW die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe "Faktizität der Welt".

Podcast-Einführung und -Interview: Dr. Laura Räuber, Referentin für Digitale Kommunikation an der BAdW, Foto: Dr. Julia Serong bei einem Vortrag, © Laura Räuber/BAdW

> Zum Interview in unserer Zeitschrift "Akademie Aktuell"

 

Zur Reihe "Fakt & Fake"

Die Reihe befasst sich mit der Polarität von wissenschaftlichen Fakten und Verschwörungsglauben und behandelt dabei Schwerpunkte wie psychologische Faktoren oder Antisemitismus und Verschwörungstheorien. Im Zentrum der Reihe steht unsere Online-Veranstaltung "Fakten gegen Mythen - Meinungsbildung in Zeiten der Infodemie", zum Abschluss unserer Ad-Hoc-AG "Faktizität der Welt", die am 24.3. im Livestream auf www.badw.de zu sehen ist und anschließend in der Mediathek abrufbar ist.

> Mehr zur Reihe

 

Die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe "Faktizität der Welt"

Die im Jahre 2017 eingerichtete und 2020 abgeschlossene Ad-Hoc-AG „Faktizität der Welt“ griff die gegenwärtige Diskussion über „post-truth politics“ auf. Das oftmals bewusste Leugnen der Realität im politischen Diskurs fordert die Wissenschaft genauso heraus wie der nur fahrlässige Umgang mit Wahrheiten. Aber wie kommt überhaupt die Wissenschaft zur Feststellung von Fakten? Welche Autoritäten und Prozesse entscheiden darüber? Vor diesem Hintergrund untersuchte die Arbeitsgruppe die Methoden einer kritischen, auf beständige Revision aller Wissensstände bedachten, wahrheitsorientierten Forschung und deren Bedeutung für gesellschaftliche Gestaltungs- und Transformationsprozesse.

> Zur Online-Gesprächsreihe der AG "Fake und Fakt im Bild" über Macht und Ohnmacht der Bilder

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  • 00:00
    Teaser
  • 00:29
    Intro und Jingle
  • 03:45
    Das postfaktische Zeitalter oder gefühlte Wahrheit
  • 08:02
    Unhinterfragter Glaube an Pseudowissenschaft
  • 12:09
    Wissenschaftliche Komplexität herunterbrechen
  • 14:59
    Umgang mit Wissenschaftsfeindlichkeit
  • 16:42
    Gründe für Wissenschaftsfeindlichkeit
  • 22:12
    Hartnäckige Existenz von Unwahrheiten
  • 25:05
    Emotionalität der Wissenschaft
  • 27:13
    Pro und Contra emotionaler Wissenschaftskommunikation
  • 29:18
    Verschiedene Stimmen der Wissenschaft und Politikberatung
  • 31:55
    Vertrauensverlust in die Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation
  • 35:36
    Gelungene Wissenschaftskommunikation
  • 37:07
    Schwierige Zielgruppen erreichen
  • 38:02
    Hashtags und Bürgerpartizipation
  • 39:35
    Rückzug der Wissenschaft aus dem Bürgerdialog
  • 40:56
    Populistische Argumente und Verschwörungsmythen durchbrechen
  • 43:15
    Transparente Forschung und Bürgerbeteiligung
  • 45:49
    Wissenschaftskommunikation als Teil des Forschungsprozesses
  • 47:47
    Das Ende des postfaktischen Zeitalters bzw. der gefühlten Wahrheit

Weitere Inhalte aus der Reihe „Fakt & Fake“


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