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DIALOG MIT ZUKUNFT! Wie steht es um die jüdisch-christliche Zusammenarbeit?

Seit 70 Jahren findet Jahr für Jahr die „Woche der Brüderlichkeit” statt, Anlass für eine kritische Würdigung. Mit der Zukunft des jüdisch-christlichen und interreligiösen Dialogs im 21. Jahrhundert beschäftigte sich eine hochkarätige Tagung in der BAdW. Hier sehen Sie das Video der dazugehörigen abendlichen Podiumsdiskussion im Münchner Volkstheater. Veranstaltung vom 29.06.22.

Zum Inhalt

Das Abendpodium "Dialog mit Zukunft! Wie steht es um die jüdisch-christliche Zusammenarbeit?" im Volkstheater ermöglichte einen Dialog der Generationen, bei dem über die Zukunft der jüdisch-christlichen und interreligiösen Zusammenarbeit im Allgemeinen und die Woche der Brüderlichkeit im Speziellen diskutiert wurde.

Zur Tagung: Die erste Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) gründete sich nach amerikanischem Vorbild am 9. Juli 1948 in München, in kurzer Zeit folgten Wiesbaden, Stuttgart, Frankfurt und Berlin. Diese fünf gründeten am 10. November 1949 den Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) mit Sitz im hessischen Bad Nauheim als Dachverband von heute über 80 Gesellschaften. Die GCJZ zählen zu den wenigen gesellschaftlichen Institutionen, die bereits kurz nach 1945 das Schweigen über die Schoa brachen. Sie setzen sich bis heute für ein neues Verhältnis zwischen Christ:innen und Jüdinnen: Juden ein und gestalten aktiv eine demokratische Gesellschaft mit, in der alle Menschen als gleichberechtigte Geschwister verstanden werden. Nachdem 1951 in München und wenigen anderen Städten eine lokal gebundene Woche der Brüderlichkeit stattfand, eröffnete der DKR am 7. März 1952 in Wiesbaden die erste bundesweite Woche, in deren Zentrum der Begriff der „Brüderlichkeit“ stand. Die Rede des Bundespräsidenten und Schirmherren Theodor Heuss wurde von allen Radiosendern der BRD und dem RIAS Berlin übertragen. Als Vorbild diente dabei die von 1934 bis Anfang der 2000er Jahre stattfindende nordamerikanische „Week of Brotherhood“. Seit der ersten Woche der Brüderlichkeit werden in der ganzen Bundesrepublik Veranstaltungen durchgeführt, um sich gegenseitig kennenzulernen, Antisemitismus zu benennen und zu bekämpfen und stattdessen Dialog zu fördern. Zudem wird seit 1968 bei der Zentralen Eröffnungsfeier die Buber-Rosenzweig-Medaille an Persönlichkeiten und/oder Organisationen verliehen, die sich im christlich-jüdischen Dialog sowie in ihrem Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus außerordentliche Verdienste erworben haben. Zum 70jährigen Jubiläum dieser besonderen Woche und des damit verbundenen zivilgesellschaftlichen Engagements organisierte der DKR in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, dem Münchner Volkstheater, der GCJZ München und dem Freundeskreis des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur e.V. die Tagung "Dialog mit Zukunft? Eine kritische Würdigung von 70 Jahren 'Woche der Brüderlichkeit'". In Vorträgen und Workshops in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurden Geschichte und Gegenwart der Woche der Brüderlichkeit und damit in Zusammenhang stehende besondere Ereignisse und Persönlichkeiten beleuchtet.

> Zur Veranstaltungsseite mit Flyer 

 

Wer spricht

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland

Helene Shani Braun, Rabbinatsstudentin und Aktivistin von Keshet Deutschland

Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der EKD

Lamya Kaddor, MdB und Mitgründerin des Liberalislamischen Bundes

Christian Stückl, Regisseur der Passionsspiele Oberammergau

Grußwort: Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Moderation: Prof. Dr. Michael Brenner, Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU

Musik: Kantor Nikola David

 


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