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IT-Standort Bayern noch besser vernetzt

Forschungsgruppen sollten stärker vernetzt werden, forderte das BMBF im März 2004. In Bayern zeigt das ByGRID-Projekt wie's geht

 

 

10/04
14. Juli 2004

Forschungsgruppen sollten stärker vernetzt werden, forderte das BMBF im März 2004. In Bayern zeigt das ByGRID-Projekt wie's geht

Der Einsatz von Rechnern als kostengünstige, systematische und teilweise schneller zum Ziel führenden Alternative zu Experimenten ist in der Wissenschaft längst gang und gäbe. Die dafür benötigte Infrastruktur stellt am Hochschulstandort München das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und im Raum Erlangen-Nürnberg das Regionale Rechenzentrum Erlangen (RRZE). Beide Einrichtungen haben ihre langjährige Kooperation nun in einem entscheidenden, da besonders zukunftsweisenden Bereich noch einmal deutlich verbessert: beim GRID-Computing (von engl. grid = Netz) können verteilte Ressourcen gemeinsam benutzt werden. Es wird vernetzt an hochkomplexen Problemstellungen gearbeitet, wie z.B. der Simulation von Strömungen in einem Windkanal: Von Nürnberg aus kann auch in München gerechnet werden oder von Garching aus in Erlangen.

Landesweite Hochgeschwindigkeitsnetzwerke lassen dabei keinen Eindruck von Distanz aufkommen - für den Nutzer steht der Rechner immer praktisch „um die Ecke“, auch das simultane Rechnen an einem einzigen Problem an unterschiedlichen Maschinen ist möglich, ohne dass sich die Wissenschaftler dafür erst in zahlreiche technische Details einarbeiten müssten: Egal auf welche Maschine sie letztlich zugreifen, für den Anwender ist das Interface immer das gleiche. (Technisch wurde das durch den Einsatz der Middleware GLOBUS realisiert.) Durch die Transparenz in der Bedienung der Software ist auch eine Erweiterung auf weitere Großrechner und andere Zentren bzw. Institute leicht möglich, sobald diese sich dem ByGRID Verbund anschließen.

Die Bayern folgen damit der Aufforderung von Bundesforschungsministerin Bulmahn, Forschungsgruppen stärker zu vernetzen, wofür die Bundesregierung im März 2004 die neue e-science-Initiative gestartet hatte (e steht hier für„enhanced“, also: erweitert, verbessert).

„Mit der Errichtung des ersten funktionsfähigen und anwendernahen GRID-Verbundes in Bayern sind wir Vorreiter bei der Einführung dieser hochaktuellen Technologie. Was anderswo nur in Gremien diskutiert wird, ist heute zwischen Erlangen und München Wirklichkeit!“, so Dr. Gerhard Hergen-röder, Technischer Direktor des Regionalen Rechenzentrums Erlangen (RRZE)

„Derzeit wird die Initiative zur Förderung eines Grid-basierten e-Science-Frameworks in Deutschland, kurz D-GRID, von der Bundesregierung in ein Förderprogramm umgesetzt. Mit ByGRID zeigen die beiden bayerischen Rechenzentren, dass sie mit ihrer Grid-Kompetenz gut aufgestellt sind und auch die größeren Aufgaben des nationalen D-GRID mitgestalten können.“, so Prof. Dr. Heinz-Gerd Hegering, Vorsitzender des Direktoriums des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Es ist zu erwarten, dass nach einer erfolgreichen Testphase die für ByGRID bereitgestellten Ressourcen aufgestockt und diversifiziert werden, damit dieses Anwendungsmodell für Supercomputing-Lösungen in einen noch breiteren Nutzerkreis exportiert werden kann.

Kontakt für Fragen zur technischen Realisierung von ByGRID:
Dr. Helmut Heller
Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
High Performance Computing Group (HPC)
Barer Str. 21
80333 München
Tel.: 089-289-28823
Fax.: 089-280-9460

Dr. Gerhard Wellein
Regionales Rechenzentrum Erlangen
HPC Beratung
Martensstrasse 1
91058 Erlangen
Tel.: 09131-85 28737
Fax.: 09131-30 2941