Logo der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

33/16

Von Überschwemmungen in Bayern bis zur Simulation von Tsunamis

Am Leibniz-Rechenzentrum diskutierten internationale Expertinnen und Experten über die 3D-Simulation von Naturkatastrophen, die durch Wasser verursacht werden.

Wie kann man Naturphänomene auf Höchstleistungsrechnern simulieren, um zukünftig Gefahren besser vorherzusagen, Katastrophen zu verringern und deren Folgen gezielter zu bekämpfen? Was sind die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Simulationen und wie muss man die Supercomputer optimieren, um belastbare Ergebnisse zu erzielen? Diese Fragen diskutierten internationale Expertinnen und Experten am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in einem Workshop des deutsch-tschechischen Kooperationsprojektes CzeBaCCA (Czech-Bavarian Competence Centre for Su-percomputing Applications). 


Der Schwerpunkt des dreitägigen Workshops lag auf der Simulation von durch Wasser verursachten Umweltkatastrophen und erlangte mit den jüngsten Überschwemmungen in Niederbayern unerwartet aktuelle Brisanz. Am letzten Workshop-Tag widmeten sich namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Hydrologie, regionale Klimatologie oder den Geo- und Umweltwissenschaften dem Thema Überschwemmungen in Bayern und deren Simulation. 


Die Forscherinnen und Forscher diskutierten die unterschiedlichsten Aspekte von Naturkatastrophen, die durch Wasser verursacht werden: Online-Vorhersagesystemen für Überflutungen, die Simulation von Sturmfluten oder Tsunamis sowie des Anstiegs des Meeresspiegels durch die Gletscherschmelze. 
Ein weiterer Aspekt bei der Tagung war die Optimierung wissenschaftlicher Simulationen auf neuartigen Architekturen beim Höchstleistungsrechnen – ein Thema, dem sich das deutsch-tschechische Projekt CzeBaCCA widmet. Während die deutschen Partner LRZ und TU München (TUM) einschlägige Erfahrung in der Optimierung auf solchen neuen Rechnern mitbringen, wartet der tschechische Partner IT4Innovations (IT4I) mit dem größten Supercomputer dieser Art in Europa auf – dem sogenannten Salomon. Gemeinsam brachten LRZ, TUM und IT4I die Workshop-Teilnehmer hier auf den neuesten Stand der Technik. 


„Wetter- und Klimaphänomene halten sich nicht an Staatsgrenzen. Eine länderübergreifende Zusammenarbeit ist unabdingbar. Nur so lassen sich Naturkatastrophen besser verstehen und die Bekämpfung der Folgen gezielt angehen. Die intensive Zusammenarbeit zwischen den beiden nationalen Supercomputing-Zentren in Tschechien und Bayern setzt hier ganz neue Maßstäbe, was der Workshop wieder eindringlich gezeigt hat. Wir sehen CzeBaCCa als Initialzündung und versprechen uns künftig weitere erfolgreiche Projekte mit unseren tschechischen Partnern“, so Professor Arndt Bode, Leiter des LRZ.


Der nächste Workshop der Reihe soll in Ostrava (Tschechien) stattfinden und sich der Simulation atmosphärischer Modelle und Luftbezogener Naturphänomene widmen.
CzeBaCCA wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über das Programm „Gemeinsame Forschungsstrukturen in Europa“ für einen Zeitraum von eineinhalb Jahren zwischen Januar 2016 und Juli 2017 gefördert.


Kontakt:
Dr. Ludger Palm
Leibniz-Rechenzentrum (LRZ)
Boltzmannstr. 1D-85748 Garching
E-Mail: presse(at)LRZ.de Tel: +49 89 35831 8792