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SUMMARY:China zwischen Expansion und Abschottung
DESCRIPTION:Die Geschichte Chinas lässt sich auf vielfältige Weise gliedern
 . Die traditionelle Geschichtsschreibung teilt sie in Kaiserdynastien auf, 
 die einander ablösten. Diese Gliederung entspricht einem zyklischen Verstän
 dnis der Geschichte, in denen Phasen der Einheit des Reiches und der politi
 schen Zersplitterung aufeinander folgten – ein Wechselspiel zwischen Ordnun
 g und Chaos. Eine andere Unterscheidung folgt dem regelmäßigen Wechsel zwis
 chen Epochen, in denen die Hinwendung nach außen im Vordergrund stand, und 
 Perioden, in denen der Kaiserhof Selbstgenügsamkeit diktierte. Die Blütezei
 t der Tang-Dynastie etwa wird landläufig mit einer großen kulturellen Offen
 heit in Verbindung gebracht und auch zu anderen Zeiten standen fremde Kultu
 ren und der Austausch mit diesen immer wieder hoch im Kurs. Beispiele der A
 bschottung hingegen sind die abrupte Abkehr von den großen See-Expeditionen
  der Ming-Dynastie im 15. Jahrhundert, die berühmt gewordene Absage des Qia
 nlong-Kaisers an den Handel mit England Ende des 18. Jahrhunderts und die Z
 eit der Kulturrevolution, in der es so gut wie keine Kontakte mit dem Ausla
 nd gab. Heute kann man den Eindruck gewinnen, dass die Regierung unter Xi J
 inping die beiden eigentlich nicht zu vereinbarenden Herangehensweisen der 
 Expansion und Abschottung gleichzeitig verfolgt: Die auf ökonomische Vernet
 zung abzielende „Neue Seidenstraße“ ebenso wie den ausländische Medien auss
 perrenden „großen Feuerwall“; eine aktive Propagierung chinesischer Kultur 
 nach außen und ein zunehmend rigides Vorgehen gegen vermeintlich schädliche
  ausländische Kultureinflüsse im Inneren; oder die ständige Betonung einer 
 Fortsetzung der Öffnungs- und Reformpolitik und die gleichzeitige Ankündigu
 ng, einen doppelten Wirtschaftskreislauf zu fördern, mit klarem Fokus auf m
 ehr inländischer Innovation, Produktion und Nachfrage, um so die wirtschaft
 liche Unabhängigkeit zu stärken. Wie reflektiert China seine eigene Vergang
 enheit? Ist der Blick auf die lange Geschichte des Landes überhaupt hilfrei
 ch, um die Entwicklungen im heutigen China zu erklären? Können Ansätze, die
  auf einen zyklischen Verlauf der chinesischen Geschichte zurückgreifen, ge
 genwärtige Entwicklungen begründen, oder folgen sie einem überholten Verstä
 ndnis Chinas als der „anderen“ Kultur mit einer grundverschiedenen Geschich
 te? Wie wird sich die Corona-Pandemie auf die Tendenzen der Abschottung und
  Entkopplung vom Ausland in China auswirken? Kann der von der Regierung pro
 pagierte doppelte Wirtschaftskreislauf überhaupt funktionieren? Wir wirkt s
 ich der Balanceakt zwischen Öffnung und Kontrolle auf die digitale Transfor
 mation des Landes aus? Wie ist es um die Wissenschaft in China und im globa
 len Kontext bestellt, und welche Auswirkungen haben die aktuellen wissensch
 aftspolitischen Entwicklungen auf künftige Kooperationen?
LOCATION:Online-Veranstaltung
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DTSTART:20220310T170000Z
DTEND:20220310T180000Z
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